Kiel Life Science

Internationale entwicklungsbiologische Trends

Klaus Sander-Preisträgerin Professorin Ruth Lehmann (2.v.l) gemeinsam mit GfE-Präsident Professor Bosch (Mitte) und der Familie des Namensgebers. Foto: Christian Urban, Universität Kiel

16.03.2017

Gemeinsame Tagung der deutschen und japanischen Gesellschaften für Entwicklungsbiologie an der Uni Kiel

Seit dem heutigen Mittwoch, 15. März, findet die gemeinsame Tagung der deutschen Gesellschaft für Entwicklungsbiologie (GfE) und der Japanese Society of Developmental Biologists (JSDB) an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) statt. Die rund 280 internationalen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diskutieren noch bis einschließlich Samstag über die aktuellen Entwicklungen in der lebenswissenschaftlichen Kerndisziplin der Entwicklungsbiologie. Ein Höhepunkt der diesjährigen Veranstaltung ist die Teilnahme des Nobelpreisträgers Professor Eric Wieschaus: Der US-amerikanische Entwicklungsbiologe von der Princeton University wurde für seine bahnbrechenden Arbeiten zur Embryogenese ausgezeichnet. Wieschaus wird sich in einer Feierstunde im Kieler Rathaus am Freitagabend, 17. März, in Anwesenheit des Stadtpräsidenten Hans-Werner Tovar in das Goldene Buch der Landeshauptstadt eintragen und anschließend seine neuesten Forschungsergebnisse präsentieren.

Die im zweijährigen Turnus ausgerichtete Tagung hat sich zu einem der wichtigsten Foren für entwicklungsbiologisch arbeitende Forschende aus den Bereichen der Genetik, Molekularbiologie, Medizin, Zoologie und Botanik entwickelt. Als deren Dachorganisation im deutschsprachigen Raum setzt sich die GfE zum Ziel, die entwicklungsbiologische Forschung und deren Darstellung zu fördern und zu koordinieren. „In diesem Jahr dreht sich alles um die Fortschritte in der Entwicklungsbiologie in Japan und Deutschland. Forschende beider Nationen haben für viele wichtige Impulse auf unserem Gebiet gesorgt, dafür zollen wir insbesondere den japanischen Kolleginnen und Kollegen großen Respekt. Gleichzeitig sind wir stolz, ihnen unsere Erfolge am Spitzenforschungsstandort Kiel präsentieren zu können“, betont Professor Thomas Bosch, GfE-Präsident und Sprecher des Forschungsschwerpunkts “Kiel Life Science” an der CAU.

In insgesamt sechs Themenbereichen beleuchtet die Veranstaltung verschiedene aktuelle Aspekte der Entwicklungsbiologie von der Stammzellenforschung über die Entwicklung des Nervensystems bis hin zur Rolle der Umwelt einschließlich der Mikroben bei entwicklungsbiologischen Prozessen. Im Rahmen ihrer Tagungen ehrt die GfE zudem besonders verdiente Mitglieder: Am Donnerstag wird der mit 10.000 Euro dotierte Klaus Sander-Preis an die US-amerikanische Zellbiologin Ruth Lehmann vergeben, mit dem die Gesellschaft das Lebenswerk der Professorin von der New York University würdigt. An den Nachwuchs in der entwicklungsbiologischen Forschung richtet sich der sogenannte “Young Investigator’s Lunch” am Freitagmittag. Bei diesem gemeinsamen Mittagessen können sich junge Forschende mit Vertreterinnen und Vertretern der nationalen Forschungsförderung über Karrierewege und Finanzierungsmodelle austauschen. Weiterhin feiert die japanische Partnerorganisation JSDB beim Festakt im Kieler Rathaus am Freitagabend in Anwesenheit des japanischen Generalkonsuls Takao Anzawa gemeinsam mit ihren internationalen Kolleginnen und Kollegen ihr 50-jähriges Bestehen.

Einen weiteren wichtigen inhaltlichen Akzent liefert der seit Anfang 2016 an der CAU bestehende Sonderforschungsbereich (SFB) 1182 „Entstehen und Funktionieren von Metaorganismen“: Der dritte Tag der Konferenz widmet sich schwerpunktmäßig dem Einfluss ökologischer und evolutionärer Faktoren auf die Entwicklungsprozesse des Lebens. Diese Einflussgrößen sind von besonderer Bedeutung für die Arbeit des neuen SFBs: Um das Zusammenspiel von Lebewesen mit ihren mikrobiellen Symbionten besser zu verstehen, ist die Berücksichtigung von Evolution und Ökologie von entscheidender Wichtigkeit. Auf diesem Weg zielen die Forschenden des SFB 1182 darauf ab, die hochkomplexen Wechselwirkungen von Lebewesen, Mikroorganismen und Umwelt als Schlüssel zu Gesundheit oder Krankheit besser zu verstehen.

Über die GfE:
Die Gesellschaft für Entwicklungsbiologie e.V. (GfE) wurde 1975 gegründet und ist ein Zusammenschluss von entwicklungsbiologisch arbeitenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des deutschen Sprachraums. Neben der Durchführung wissenschaftlicher Tagungen unterstützt die GfE die Aktivitäten ihrer Mitglieder, zum Beispiel mit Workshops oder Symposien. Im zweijährigen Rhythmus findet zudem die GfE School statt, die die Förderung von Master-Studierenden, Promovierenden und jungen Postdocs zum Ziel hat. Aus Mitteln privater Stiftungen vergibt die GfE Wissenschaftspreise für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Entwicklungsbiologie. Die GfE ist Mitglied der International Society of Developmental Biologists (ISDB). Die Gesellschaft besteht zurzeit aus 380 Mitgliedern in Deutschland, Österreich und der Schweiz.


Es stehen Fotos/Materialien zum Download bereit:

www.uni-kiel.de/download/pm/2017/2017-072-1.jpg
Rund 280 Entwicklungsbiologinnen und –biologen sind zur
deutsch-japanischen Tagung an der CAU zusammengekommen.
Foto: Christian Urban, Universität Kiel

www.uni-kiel.de/download/pm/2017/2017-072-2.jpg
GfE-Präsident Professor Thomas Bosch begrüßt die japanischen Kolleginnen und Kollegen und internationalen Teilnehmenden in Kiel.
Foto: Christian Urban, Universität Kiel

www.uni-kiel.de/download/pm/2017/2017-072-3.jpg
Der Präsident der japanischen Entwicklungsbiologie-Gesellschaft JSDB, Professor Naoto Ueno, lobt die Vorteile des internationalen wissenschaftlichen Austauschs.
Foto: Christian Urban, Universität Kiel

www.uni-kiel.de/download/pm/2017/2017-072-4.jpg
Zum Auftakt der Tagung spricht Professorin Janet Rossant von der Universität Toronto über die Entwicklung der Pluripotenz in menschlichen Embryonen.
Foto: Christian Urban, Universität Kiel

www.uni-kiel.de/download/pm/2017/2017-072-5.jpg
Klaus Sander-Preisträgerin Professorin Ruth Lehmann (2.v.l) gemeinsam mit GfE-Präsident Professor Bosch (Mitte) und der Familie des Namensgebers. Foto: Christian Urban, Universität Kiel

Kontakt:
Prof. Thomas Bosch
Tagungsleiter GfE/JSDB-Konferenz 2017,
Zoologisches Institut, CAU Kiel
Tel.: 0431-880-4170
E-Mail: tbosch@zoologie.uni-kiel.de

Weitere Informationen:
Tagungs-Website:
www.gfe-meeting.de/

Gesellschaft für Entwicklungsbiologie e.V.:
www.vbio.de/der_vbio/fachgesellschaften/gfe_entwicklungsbiologie/index_ger.html

Japanese Society of Developmental Biologists (JSDB):
www.jsdb.jp/

Sonderforschungsbereich 1182 „Entstehen und Funktionieren von Metaorganismen“, CAU Kiel:
www.metaorganism-research.com

Forschungsschwerpunkt „Kiel Life Science“, CAU Kiel
www.kls.uni-kiel.de

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Presse, Kommunikation und Marketing, Dr. Boris Pawlowski
Postanschrift: D-24098 Kiel, Telefon: (0431) 880-2104, Telefax: (0431) 880-1355
E-Mail: ► presse@uv.uni-kiel.de, Internet: ► www.uni-kiel.de
Twitter: ► www.twitter.com/kieluni, Facebook: ► www.facebook.com/kieluni, Instagram: ► www.instagram.com/kieluni
Text / Redaktion: ► Christian Urban

Forschungsmeldungen

Aktuelles

Kalender

« September 2017 »
Mo Di Mi Do Fr Sa So
28 29 30 31 1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30 1
Veranstaltungen