Kiel Life Science

Den Metaorganismus visualisieren

06.04.2018

Kieler Metaorganismus-Forschende und Kommunikationsdesign-Team stellen neues interaktives Exponat „Digital Meta“ zur Vermittlung komplexer Forschungsinhalte vor


Vorschau des „Digital Meta“-Wissenschaftsposters des SFB 1182. Video: Science Communication Lab
 
Vom Einzeller bis zum Menschen sind sämtliche Tiere und Pflanzen von Mikroorganismen besiedelt. Ein- oder vielzellige Wirtslebewesen und mit ihnen verbundene Mikroorganismen bilden gemeinsam den sogenannten Metaorganismus. Dessen Mikrobengemeinschaft übt einen bedeutenden Einfluss auf Funktionen und Gesundheit des Wirtes aus. Seit 2016 erforschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dieses Zusammenspiel von Körper und Mikroorganismen im Sonderforschungsbereich (SFB) 1182 „Entstehen und Funktionieren von Metaorganismen“ an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU). Dank enormer Fortschritte in der Analysetechnik konnten die Kieler Forschenden gemeinsam mit internationalen Kolleginnen und Kollegen die molekularen und genetischen Mechanismen des Metaorganismus immer genauer ergründen. Trotzdem bleiben die hoch komplexen Interaktionen von Lebewesen und Mikroben für das menschliche Auge vollständig unsichtbar. Um dieses für Gesundheit, Umwelt und Ernährung bedeutsame Forschungsfeld besser in die Öffentlichkeit zu tragen, schlagen die Forschenden einen neuen Weg ein: Gemeinsam mit den Kommunikationsdesignerinnen und -designern des Kieler Science Communication Lab haben sie nun eine innovative und umfassende Visualisierung der multiorganismischen Beziehungen innerhalb des Metaorganismus geschaffen. Am kommenden Donnerstag, 12. April, präsentiert der SFB 1182 das daraus entstandene interaktive digitale Wissenschaftsposter „Digital Meta“ im Zentrum Molekulare Biowissenschaften (ZMB) an der CAU erstmals der Öffentlichkeit.
 
„Digital Meta“ ist ein interaktives multimediales Ausstellungsobjekt, das die komplexen wissenschaftlichen Inhalte der Wirts-Bakterien-Beziehungen vermittelt. Auf einem 65 Zoll großen Touchscreen können Nutzerinnen und Nutzer das Zusammenspiel von bakteriellen Symbionten mit ihren vielzelligen Wirtsorganismen am Beispiel von fünf Modellorganismen vom Menschen über Weizenpflanzen bis hin zum Fadenwurm erkunden. Gesteuert wird dieses Erlebnis mit intuitiven gestischen Eingaben ähnlich wie auf dem Smartphone oder Tablet. So navigieren die Nutzerinnen und Nutzer durch die frei kombinierbaren Informationsebenen des digitalen Posters und können sich einen individuellen Zugang in diese eigentlich unsichtbare Welt verschaffen. „Unser Ziel ist es, den abstrakten Begriff des Metaorganismus so zu visualisieren, dass dieses faszinierende Forschungsgebiet auch für den Laien sofort verständlich und interaktiv erlebbar wird. Wir hoffen, dass dieses wichtige Forschungsthema mit unserem neuen Exponat in der Gesellschaft sichtbarer wird“, betont Tom Duscher, Mitgründer des Science Communication Lab und Professor für interaktive Medien an der Muthesius Kunsthochschule Kiel.
 
Das neuartige Ausstellungsstück wird in Zukunft bei zahlreichen publikumswirksamen Veranstaltungen von der Kieler Woche bis zur Nacht der Wissenschaft zum Einsatz kommen. Mit dem attraktiven und visuell beeindruckenden Touchscreen haben die Kieler Forschenden nun ein Mittel zur Hand, das ihr hoch komplexes Forschungsthema gezielt an die Öffentlichkeit aber auch an Entscheidungsträgerinnen und -träger in Politik und Wirtschaft vermittelt. „Wir als Forschende haben die Pflicht, mit der Gesellschaft über unsere Arbeit und ihre Bedeutung für das Leben der Menschen zu sprechen. Mit unserem neuen interaktiven Format haben wir dafür eine Sprache gefunden, die von allen verstanden werden kann”, betont Professor Thomas Bosch, Sprecher des Sonderforschungsbereichs und Mitentwickler des digitalen Posters.
 
Die Visualisierung der Metaorganismusforschung in der aktuellen Form des digitalen Posters ist für den SFB 1182 und das Science Communication Lab nur eine Zwischenstation. Gemeinsam arbeiten sie bereits daran, das Format weiterzuentwickeln und dabei das Potenzial der Digitalisierung und modernster Kommunikationstechnologien auszuschöpfen: Künftig wird auf Grundlage des aktuellen Posters ein Medium entstehen, das direkten Input der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erlaubt. Die Vision ist es, den wissenschaftlichen Austausch und Arbeitsprozess in Zukunft durch eine völlig neue Qualität der Visualisierung zu revolutionieren. An die Stelle des klassischen wissenschaftlichen Posters wird zukünftig ein digitales, lernendes und sich selbst erweiterndes Medium treten, das sich mit dem Stand der Forschung weiterentwickeln kann.
 
Medienvertreterinnen und -vertreter sind herzlich zur Präsentation des Digitalen Wissenschaftsposters „Digital Meta“ des SFB 1182 eingeladen. Um vorherige Anmeldung bei der Pressestelle der CAU wird gebeten unter Telefon 0431/880-2104 oder per E-Mail an presse@uv.uni-kiel.de.
 
Das Wichtigste in Kürze:
Was:   Premiere Digitales Wissenschaftsposter „Digital Meta“
Wann: Donnerstag, 12.04., 18:00 Uhr
Wo:     Zentrum Molekulare Biowissenschaften, CAU Kiel,
           Am Botanischen Garten 11, 24118 Kiel
Web:   www.metaorganism-research.com/news/crc-1182-public-outreach-evening-1st-presentation-of-metaorganism-eposter/
 
Es stehen Fotos/Materialien zum Download bereit:
youtu.be/oBXtTpI3BPI
Vorschau des „Digital Meta“-Wissenschaftsposters des SFB 1182. 
Video: Science Communication Lab
 
www.uni-kiel.de/download/pm/2018/2018-087-1.jpg
Bildunterschrift: Das „Digital Meta“-Wissenschaftsposter vermittelt das Zusammenspiel von bakteriellen Symbionten mit ihren vielzelligen Wirtsorganismen in einer auch für Laien verständlichen Form.
Foto: Christian Urban, Universität Kiel
 
www.uni-kiel.de/download/pm/2018/2018-087-2.jpg
Bildunterschrift: Das interaktive Poster macht die im Körperinneren auf molekularer Ebene stattfindenden Interaktionen zwischen Lebewesen und Mikroben für das Auge sichtbar.
Grafik: Science Communication Lab

 
www.uni-kiel.de/download/pm/2018/2018-087-3.jpg
Bildunterschrift: Anhand von fünf verschiedenen Modellorganismen, wie dem Fadenwurm Caenorhabditis elegans im Bild, erschließt sich das Zusammenspiel von Wirtslebewesen und Mikroben.
Grafik: Science Communication Lab
 
www.uni-kiel.de/download/pm/2018/2018-087-4.jpg
Bildunterschrift: Die Köpfe hinter dem „Digital Meta“-Projekt: Prof. Thomas Bosch, Dr. Susanne Landis, Konrad Rappaport und Prof. Tom Duscher (v.l.n.r.).
Foto: Christian Urban, Universität Kiel
 
Kontakt:
Prof. Thomas Bosch
Zoologisches Institut, CAU Kiel
Tel.: 0431-880-4170
E-Mail: tbosch@zoologie.uni-kiel.de
 
Konrad Rappaport, Prof. Tom Duscher,
Science Communication Lab
Tel.: 0431 5301-1140
E-Mail: hi@scicom-lab.com
 
Weitere Informationen:
Premiere Digitales Wissenschaftsposter „Digital Meta“, SFB 1182:
www.metaorganism-research.com/news/crc-1182-public-outreach-evening-1st-presentation-of-metaorganism-eposter/
 
Sonderforschungsbereich 1182 „Entstehen und Funktionieren von Metaorganismen“, CAU Kiel:
www.metaorganism-research.com
 

Science Communication Lab, Agentur für Wissenschaftskommunikation, Kiel:
www.scicom-lab.com
 
 
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Presse, Kommunikation und Marketing, Dr. Boris Pawlowski
Postanschrift: D-24098 Kiel, Telefon: (0431) 880-2104, Telefax: (0431) 880-1355
E-Mail: presse@uv.uni-kiel.de, Internet: www.uni-kiel.de
Twitter: www.twitter.com/kieluni, Facebook: www.facebook.com/kieluni, Instagram: www.instagram.com/kieluni
Text / Redaktion: Christian Urban

 

 

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